Wasserballer starten mit neuem internationalem Regelwerk in die Saison

Für die Wasserballer ging Anfang November die neue Oberligasaison los. Mit dabei ist auch gleich das neue internationale Regelwerk. Diese wurde im Sommer vom Weltverband beschlossen und wird gleich in allen Ligen angewandt. Damit stehen die Wasserballer mal vor einer ganz anderen Herausforderung.

Die neuen Regeln

Um das Spiel attraktiver zu machen, sind alle Spieler gezwungen sich noch mal intensiv mit Regelkunde zu beschäftigen. Einiges, was letzte Saison noch erlaubt war, bedeutet nun direkt die Rausstellung. Zudem hat sich am Spielablauf auch einiges geändert: neue Pausenzeiten, weniger Timeouts, kürzere Angriffszeit… Nachfolgend die größten Änderungen:

  • Die Halbzeitpause wird von 5 auf 3 Minuten verkürzt.
  • Jedes Team kann nur noch zwei Auszeiten pro Spiel nehmen – vorher war es eine pro Viertel.
  • Die wiederholte Angriffszeit (zB nach Ecke oder Rausstellung) wird auf 20 statt 30 Sekunden verkürzt.
  • Ecken dürfen direkt geschossen werden.
  • Der 5-Meter-Raum wird auf einen 6-Meter-Raum erweitert. Der Strafschuss wird immernoch auf 5-Meter ausgeführt.
  • Außerhalb des 6-Meter-Raumes darf nach einem Foul direkt aufs Tor geschossen werden – entweder direkt in einer Bewegung (so wie früher) oder nach Ausführen des Balles auch später noch.
  • Das Greifen (von hinten) des Verteidigers in den Wurfarm wird mit einer Rausstellung geahndet – es sei denn, der Verteidiger trifft ausschließlich den Ball.

Im Spielbetrieb führten die neuen Regeln zu einem massiven Anstieg der Rausstellungen. In allen Ligen werden sich die Spieler erst umgewöhnen müssen.

Zur Saison

Mannschaft des Rüsselsheimer Schwimm-ClubDas Teilnehmerfeld bleibt unverändert. Auch der (im letzten Jahr neu eingeführte) Spielmodus wird beibehalten. Dieser sorgte für viele Spiele auf Augenhöhe, da nach einer Vorrunde in Meisterschafts- und Platzierungsrunde eingeteilt wird. Somit werden die enormen Leistungsunterschiede in der hessischen Oberliga ein wenig ausgeglichen. Diese bestehen, da die Vereinsdichte sehr dünn ist und es unter der Oberliga keine niedrigeren Ligen mehr gibt.

Für die Rüsselsheimer startete die Saison zwar bereits Anfang des Monats, allerdings kommen die für uns relevanten Spiele erst im nächsten Jahr. Dann treffen wir mit Michelstadt, Wetzlar und Frankfurt III auf die letztjährigigen Teilnehmer der Platzierungsrunde.

Friedberg II vs Rüsselsheim

Friedberg konnte durch etliche Neuzugänge sein Team enorm verbessern. Obwohl diese eigentlich mit der 1. Mannschaft in der 2. Liga aktiv sein sollten, wirkt sich das natürlich auch auf die 2. Mannschaft aus. Zudem ist es im Wasserball ja erlaubt, einen Großteil der Mannschaft in beiden Ligen spielen zu lassen. Unter dem neuen Friedberger Trainer René Reimann (der auch schon die Damennationalmannschaft trainiert hat) spielten wir also eigentlich mehr oder weniger gegen einen Bundesligisten. Dabei sprang ein 26:0 heraus. Die Mannschaft zeigte sich dennoch zufrieden, da alle ein gutes Spiel ablieferten. Lediglich Yessim wird sich ärgern, da er in der ersten Hälfte direkt eine Rolle wegen eines dämlichen Wechselfehlers kassierte. Alles in allem bleibt es aber fraglich, ob es sein muss, die Oberliga als Testspiel für die „1. Mannschaft“ zu nutzen. Aber Schwamm drüber.

Frankfurt II vs Rüsselsheim

Auch gegen Frankfurt war von vorneherein klar, dass keine Punkte zu holen sind. Allerdings war die Mannschaft hinsichtlich der 19:2- Niederlage auch nicht zufrieden. Der Kader war ohnehin wegen privater Termine schon recht dünn, dann fiel noch Topscorer Sebastian Opitz gesundheitsbedingt aus. Mit nur 10 Mann mussten unsere Jungs somit in Frankfurt antreten. Die wenigen Auswechselspieler zehrten da natürlich an der Substanz. Zudem musste Pascal bereits kurz vor der Halbzeit wegen drei Rausstellungen ganz aussetzen (aber nicht bevor er noch das erste Saisontor geschossen hatte). Dennoch lief auch das Zusammenspiel nicht gut – trotz etlicher Fehlpässe seitens der Frankfurter gelang es nicht, das zu unseren Gunsten auszunutzen. Auch das Überzahlspiel lief nicht gut. Etwas positives hatte das Spiel dennoch – Tom Rühle (Jg. 2003) gelang bereits in seinem zweiten Oberligaspiel der erste Treffer. Er hatte im vergangenen Jahr nur die U18 mitgespielt, jetzt hat er direkt gezeigt, dass er auch fit für die Oberliga ist!

Apropos U18: Auch dort waren unsere Jungs im Einsatz. Allerdings kassiert man (stark unterbesetzt) direkt eine herbe Niederlage gegen Darmstadt (33:7). Es ist schade, wir haben in der Kooperation Wiesbaden-Rüsselsheim viele gute Jungs, allerdings reichte die Kaderbreite nicht ganz, sodass fast alle Gegentore über Konter gefallen sind, wenn einer der schwächeren Schwimmer seinen Gegenspieler nicht hatte. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Spielen in Topbesetzung sind, dann sind durchaus auch Spiele auf Augenhöhe zu erwarten.

Die U14 machte es im Trainingsspiel gegen Frankfurt besser und konnte sich gut präsentieren. Allerdings spielte man einfach drauflos, ohne Spielzeit und Protokoll, sodass ich leider kein Ergebnis liefern kann. Es war ein ausgeglichenes Spiel, das den Kids viel Spaß gemacht hat. Nächstes Wochenende ist dann noch die U12 dran.


Als nächstes stehen in der Oberliga die Spiele gegen Darmstadt III und Wiesbaden an. Klingt blöd, aber auch dort sind keine Punkte zu erwarten. Wir starten dann gegen die oben erwähnten Teams durch – Michelstadt, Frankfurt III und Wetzlar. Auch gegen Darmstadt II ist womöglich eine Überraschung drin, die gegen Michelstadt nur einen recht knappen Sieg davontragen konnten.

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