SC Wiesbaden 1911 II – Rüsselsheim Rays 17:16 n.EW.
GEWONNEN.
Fast.
Donnerstagabend, Auswärtsspiel in der Landeshauptstadt: Die Rays reisen zum Duell gegen die zweite Mannschaft des SC Wiesbaden. Beide Teams kennen sich bestens aus zahlreichen Ligaspielen und Testpartien der vergangenen Jahre. Auf Seiten der Gastgeber wartet eine junge, dynamische Mannschaft, verstärkt durch erfahrene und bekannte Spieler. Coach Pascal Rothenburger gibt vor dem Spiel die Marschroute klar vor: aggressives Pressing an der Mittellinie, den Gegner früh stören und Keeper Joachim Kohl möglichst wenig Arbeit lassen. Mit einem 13-Mann-Kader bringen die Rays genügend Energie mit, um das Tempo über die gesamte Partie hochzuhalten.
Der Spielbeginn verzögert sich, da der zweite Schiedsrichter ausbleibt und ein Wiesbadener die Partie leiten muss. Beim Anschwimmen haben die Rays zunächst das Nachsehen, doch sie sind sofort wach und setzen die taktische Vorgabe konsequent um. Nach dreieinhalb Minuten erzielt Thomas Rothkugel die Führung zum 0:1 und legt wenig später direkt das 0:2 nach. Joachim Kohl hält anschließend einen Fünfmeter-Strafwurf und hält sein Team im Spiel. Wiesbaden gleicht jedoch noch im ersten Viertel zum 2:2 aus. Im zweiten Abschnitt bleibt es ein offener Schlagabtausch, die Rays lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und Luis Ackermann trifft zum 2:3 nach eineinhalb Minuten im zweiten Viertel. Das Spiel geht hin und her, die Landeshauptstädter gleichen aus, dann trifft Sebastian Opitz zum 3:4. Wieder der Ausgleich der Gastgeber, dann trifft Hamid Nassr – ehemaliger Hessenmeister mit Wiesbaden – zum 4:5. Wiesbaden drückt in Folge, gleicht wieder aus, doch die Rüsselsheimer können erneut eine sehr gute Mannschaftsleistung zeigen und Tom Rühle erhöht auf 5:6. Die Wiesbadener treffen dann erneut und danach geht es in die Halbzeit. Es steht 6:6, beide Mannschaften kämpfen auf Augenhöhe.
Ansprache des Coachs in der Pause, Fokus auf das Spiel, nur nicht zu Fehlern verleiten lassen. Weiter pressen, immer konzentriert bleiben.

Es geht weiter. Drei Minuten lang Spiel, dann reiht sich Dorian Mutti Steinborn in die Torjägerliste ein, nach einer wunderschönen Vorlage seiner Frau Maria Steinborn, danach gleicht Wiesbaden aus. Es ist das berüchtigte dritte Viertel, die Rays wissen das, doch sie halten dagegen. Sebastian Opitz erhöht auf 7:8 und dann passiert es. Die Rays gehen mit zwei Toren in Führung. Gegen Wiesbaden. In Wiesbaden. Elias Allach verwandelt souverän: 7:9. Dann muss Tom Rühle runter, Unterzahl für die Rüsselsheimer. Doch die Wiesbadener können die Chance nicht nutzen und kurz darauf gehen die Rays wieder in den Angriff. Und treffen. Erneut Ackermann. 7:10, eine drei-Tore-Führung! Die Rays gewinnen das dritte Viertel mit 1:4.
Danach noch einmal eine kurze Ansprache vom Coach, Kopf weiter oben halten, weiterhin Fokus auf das Spiel, nicht auf das Ergebnis. Und Wiesbaden macht Druck, im letzten Viertel. Sie verkürzen, machen direkt zwei Tore, Rüsselsheim kann nicht dagegenhalten. 9:10. Coach Rothenburger wirft seine besten Spieler dagegen. Opitz stellt den zwei-Tore-Abstand wieder her, auch Ackermann trifft erneut. Doch in der letzten Minute trifft Wiesbaden zum Ausgleich: 12:12 nach vier Vierteln.
Und nun?
Nach den neuen Regeln, die erstmalig in dieser Saison greifen, kommt es bei einem Unentschieden nach der regulären Spielzeit zum Penalty-Schießen. Spannung pur. Fünf Spieler aus jeder Mannschaft werfen abwechselnd auf den gegnerischen Torwart.
Der Rest der Mannschaft steht geschlossen am Beckenrand.
Rüsselsheim darf beginnen.
Thomas Rothkugel verwandelt sicher, doch auf Wiesbaden trifft. 13:13.
Dann ist Tom Rühle an der Reihe. Auch er trifft ins gegnerische Netz. Wiesbaden auch. 14:14.
Alexander Weiser macht sich bereit. Er war nach Jahren im Training wieder in die Oberligamannschaft zurückgekehrt. Doch der Ball rutscht ihm vom Finger. Die Heimmannschaft trifft. 15:14. Doch es bleiben noch zwei Schützen. Der Puls steigt auf 110!
Sebastian Opitz tritt an. Treffer. Souverän. Und Wiesbaden verschießt. 15:15. Die Spannung im Schwimmbad Kleinfeldchen ist mit den Händen zu greifen. Die Luft vibriert. Alle sind gespannt. Die letzten Tapferen machen sich bereit. Martin Steinborn wirft, und trifft. Wiesbaden muss jetzt treffen. Und trifft auch. Unentschieden. 16:16.
Dann das One-on-One. Eins-gegen-eins. Wieder Opitz. Warten. Der Pfiff. Dann knallt es. Die Latte. Kein Tor. Wiesbaden ist dran. Trifft. 17:16. AUS!
Trotz der knappen Niederlage nach Penalty-Schießen nehmen die Rays einen wichtigen Punkt aus Wiesbaden mit und klettern in der Tabelle auf den vorletzten Platz. Vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung und der starke Auftritt über weite Strecken geben viel Selbstvertrauen.
Die Stimmung im Team ist entsprechend positiv: Gefühlt hat man dieses Spiel gewonnen. Ein leidenschaftlicher Auftritt, der Lust auf das Rückspiel macht – dort soll der Sieg dann endgültig folgen.
Das Spiel endete 17:16 (2:2|4:4|1:4|5:2), Torschützen: Sebastian Opitz (4), Luis Ackermann (3), Thomas Rothkugel (3), Tom Rühle (2), Elias Allach, Dorian Steinborn, Martin Steinborn, Hamid Nassr
Das nächste Spiel der Rays findet am Dienstag, den 10. März im Schwimmbad Kleinfeldchen in Wiesbaden statt. Diesmal trifft man auf die erste Mannschaft des SC Wiesbaden 1911. Anpfiff ist um 20:30 Uhr. Die Rays freuen sich wieder über zahlreiche Unterstützung vom Beckenrand aus, der Anfahrtsweg in die Landeshauptstadt ist auch nicht so weit.
*n.EW. = nach Entscheidungswerfen