Rüsselsheim Rays – SC Wiesbaden II 11:25
In der hessischen Oberliga geht es derzeit Schlag auf Schlag für die Rüsselsheim Rays. Hatte man in der vergangenen Woche noch die Auswahl Kelkheim/Darmstadt im heimischen Lachebad empfangen, wartete nur wenige Tage später bereits die nächste schwere Aufgabe. Mit der Mannschaft aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden gastierte ein weiterer starker Gegner in Rüsselsheim. Bereits das Hinspiel hatte gezeigt, wie eng beide Teams beieinanderliegen: Damals fiel die Entscheidung erst im Penaltyschießen und Wiesbaden setzte sich denkbar knapp mit nur einem Tor Unterschied durch. Entsprechend motiviert gingen die Rays in das Rückspiel und hofften auf eine Wiedergutmachung sowie die ersten drei Punkte gegen die Hauptstädter. Doch Wiesbaden reiste bestens vorbereitet an und trat im Vergleich zum Hinspiel mit einer deutlich stärkeren Besetzung auf.
Den besseren Start erwischten dennoch die Gastgeber. Angeführt vom starken Sebastian Opitz gingen die Rays früh mit 1:0 in Führung und sorgten damit für Hoffnung auf eine Überraschung. Doch Wiesbaden zeigte schnell seine Klasse und nutzte die Chancen konsequent aus. Gegen den gesundheitlich noch angeschlagenen Joachim Kohl im Tor der Rays konnten die Gäste zweimal erfolgreich abschließen und drehten die Partie. Die Rays hielten jedoch kämpferisch dagegen und ließen sich zunächst nicht abschütteln.
Besonders sehenswert war der Treffer von Dusan Micic zum zwischenzeitlichen 2:4. Aus rund neun Metern Entfernung zog er kraftvoll ab und ließ dem Wiesbadener Torhüter keine Chance, der dem Ball nur noch hinterherschauen konnte. Die Zuschauer im Lachebad honorierten den Treffer mit lautstarkem Applaus. Im direkten Gegenzug scheiterten die Gäste, ehe die Rays erneut zuschlugen: Nach einem wunderschönen Zuspiel blieb Luis Ackermann eiskalt und verkürzte auf 3:4. In dieser Phase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Wiesbaden zeigte sich jedoch effizienter vor dem Tor und konnte den Vorsprung bis zum Ende des ersten Viertels wieder auf 3:6 ausbauen.
Im zweiten Viertel kamen die Rays zwar motiviert zurück ins Spiel, doch die Gäste hatten nun endgültig das Momentum auf ihrer Seite. Mit schnellem Umschaltspiel und konsequent ausgespielten Kontern zog Wiesbaden Tor um Tor davon und baute den Vorsprung zwischenzeitlich auf zwölf Treffer aus. Dabei zeigte sich ein wiederkehrendes Problem der Rays: Zwar stand die Defensive phasenweise stabil, doch Ballverluste im Angriff führten immer wieder zu schnellen Gegenstößen, bei denen die Rüsselsheimer gegen die flinke Offensive der Gäste kaum Zugriff fanden. Dusan Micic setzte mit einem weiteren Treffer zwar ein Zeichen, doch Wiesbaden blieb spielbestimmend. Kurz vor der Halbzeit konnte Elias Allach vier Sekunden vor dem Pausenpfiff noch einen 5-Meter-Strafwurf sicher verwandeln und betrieb damit etwas Ergebniskorrektur.
Auch nach dem Seitenwechsel gaben sich die Rays nicht auf und zeigten weiterhin großen Einsatzwillen. Elias Allach traf diesmal auch aus dem laufenden Spiel heraus, während Sebastian Opitz erneut seine Torgefahr unter Beweis stellte und mit einem sehenswerten Schlagwurf erfolgreich war. Doch immer, wenn die Rays etwas herankamen, fanden die Wiesbadener die passende Antwort und hielten den Abstand konstant. Dennoch stemmten sich die Gastgeber weiterhin gegen die drohende Niederlage. Neben Opitz konnte sich auch Thomas Rothkugel in die Torschützenliste eintragen und sorgte für weitere offensive Akzente.
Im letzten Viertel machte sich schließlich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Wiesbaden nutzte die nachlassende Kondition der Rays konsequent aus und zog endgültig davon. Trotz des deutlichen Rückstands kämpften die Gastgeber bis zur letzten Minute weiter. Ein besonderer Höhepunkt war dabei der sehenswerte Rückhandtreffer von Dorian Steinborn, der den Wiesbadener Torhüter noch einmal überwinden konnte und für einen gelungenen Schlusspunkt auf Seiten der Rays sorgte.
Nach dem Spiel zeigte sich Coach Rothenburger trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Über weite Strecken habe man mit dem starken Gegner mithalten können, doch letztlich habe die Belastung der vergangenen Wochen ihren Tribut gefordert. „Es ist hart, innerhalb kürzester Zeit so viele Spiele zu haben“, bemängelte er den dicht gedrängten Spielplan. „Wir spielen am Mittwoch, dann ist Feiertag und danach kommen noch zwei weitere Spiele. Irgendwann ist dann auch mal die Luft raus“, erklärte Rothenburger weiter.
Dennoch überwog bei ihm auch der Stolz auf die Entwicklung und den Zusammenhalt seiner Mannschaft. Besonders erfreut zeigte er sich über den Einsatz von Nachwuchsspieler Ole Jäth. Der U15-Spieler des RSC stand erneut im Aufgebot der ersten Mannschaft und überzeugte mit starker Verteidigungsarbeit. „Wer im Training zeigt, dass er will und Einsatz bringt, den belohne ich gerne mit Spielanteilen“, erklärte Rothenburger. „Schließlich trainiert man nicht nur, sondern möchte das Gelernte auch im Spiel anwenden.“ Besonders positiv sei dabei, wie schnell Jäth Anschluss an die erste Mannschaft gefunden habe und sich bereits jetzt gut ins Team integriere.
Das Spiel endete 11:25 (3:6|2:8|4:4|2:7), Torschützen: Sebastian Opitz (4), Dusan Micic (2), Elias Allach (2), Luis Ackermann, Thomas Rothkugel und Dorian Steinborn
Das nächste Spiel für die Rays ist das Nachholspiel gegen den Ersten Frankfurter SC II. Es findet schon am Mittwoch, den 20. Mai 2026 im Lachebad statt. Anpfiff ist wieder um 19:45 Uhr. Die Rays freuen sich über zahlreiche Unterstützung am Beckenrand.