Oberliga 2026

Rüsselsheim Rays – SC Wiesbaden I 7:15

Das vorletzte Saisonspiel der hessischen Oberliga stand für die Rüsselsheim Rays unter besonderen Vorzeichen. Im heimischen Lachebad empfingen die Gastgeber die erste Mannschaft aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Gäste spielen bislang eine starke Saison und zählen zu den Spitzenteams der Liga. Doch davon ließen sich die Rays nicht beeindrucken. Trainer Pascal Rothenburger konnte auf einen voll besetzten Kader zurückgreifen und schickte seine stärkste Formation ins Wasser.

Bei sommerlichen 28 Grad Außentemperatur bot das Becken eine willkommene Abkühlung. Die Bedingungen waren perfekt für einen spannenden Wasserballabend, und die Zuschauer sollten nicht enttäuscht werden. Bereits vor dem Anpfiff war die Anspannung auf beiden Seiten spürbar. Mit Beginn der Partie zeigte sich schnell, dass beide Mannschaften hochmotiviert waren und keinen Zentimeter Wasser kampflos hergeben würden.

Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Elias Allach erzielte den ersten Treffer der Begegnung und brachte die Rays früh in Führung. Wiesbaden antwortete jedoch prompt, fand immer besser ins Spiel und konnte die Partie zwischenzeitlich sogar drehen. Doch die Antwort der Rüsselsheimer ließ nicht lange auf sich warten. Hamid Nassr, ehemaliger Wiesbadener Spieler und Hessenmeister, setzte sich sehenswert durch und stellte mit einem starken Abschluss den Ausgleich wieder her.

Angetrieben von der guten Stimmung am Beckenrand legten die Rays weiter nach. Maria Steinborn brachte die Gastgeber erneut in Führung. Gleichzeitig entwickelte sich Torhüter Joachim Kohl immer mehr zum Rückhalt seiner Mannschaft. Mit mehreren starken Paraden vereitelte er aussichtsreiche Chancen der Gäste und hielt sein Team im Spiel. Seine Leistung gab den Rays zusätzliches Selbstvertrauen.

Kurz vor Ende des ersten Viertels schlug Sebastian Opitz gleich doppelt zu. Mit seinem Doppelschlag bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus und gingen mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die erste Viertelpause. Die Stimmung im Team war hervorragend, und auch die Zuschauer honorierten den engagierten Auftritt ihrer Mannschaft.

An der Seitenlinie lebte Trainer Pascal Rothenburger die Partie mit jeder Faser seines Körpers. Immer wieder feuerte er seine Mannschaft lautstark an, korrigierte Laufwege und peitschte die Rays nach vorne. Doch auch auf der Wiesbadener Bank ging es emotional zu. Die hitzige Atmosphäre führte schließlich dazu, dass die Gäste von den Schiedsrichtern ermahnt werden mussten.

Im zweiten Viertel entwickelte sich eine von den Defensivreihen geprägte Begegnung. Wiesbaden gelang lediglich ein Treffer, während die Rays trotz mehrerer guten Möglichkeiten selbst nicht erfolgreich abschließen konnten. Dank der weiterhin konzentrierten Abwehrarbeit und eines erneut stark aufgelegten Joachim Kohl verteidigten die Gastgeber jedoch ihre Führung. Mit einem knappen, aber verdienten 5:4 für Rüsselsheim ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich dann die Qualität der Gäste. Wiesbaden erhöhte das Tempo und nutzte seine Chancen konsequenter. Vier Treffer gelangen den Landeshauptstädtern im dritten Spielabschnitt. Die Rays stemmten sich mit aller Kraft dagegen und blieben durch Tore von Hamid Nassr und Elias Allach weiter in Schlagdistanz. Dennoch gelang es Wiesbaden, die Partie zu drehen und mit einer knappen Führung in das Schlussviertel zu gehen.

Im letzten Abschnitt machte sich schließlich der hohe Kräfteverschleiß bemerkbar. Die Rays hatten über drei Viertel leidenschaftlich gekämpft und den favorisierten Gästen alles abverlangt. Doch nun schwanden die Kräfte. Wiesbaden nutzte die sich bietenden Räume konsequent aus und konnte Torhüter Joachim Kohl noch siebenmal überwinden. Das Endergebnis fiel dadurch deutlicher aus, als es der tatsächliche Spielverlauf vermuten lässt.

Denn trotz der Niederlage zeigten die Rüsselsheim Rays über weite Strecken eine beeindruckende Leistung. Gegen eines der stärksten Teams der Liga hielten sie lange mit, führten zur Halbzeit und verlangten den Gästen bis tief in die zweite Spielhälfte hinein alles ab. Der Kampfgeist, die mannschaftliche Geschlossenheit und die Leidenschaft im Wasser waren deutlich sichtbar.

Nach dem Schlusspfiff zog Trainer Pascal Rothenburger mit hörbar angeschlagener Stimme ein positives Fazit: „Ich bin stolz, diese Mannschaft trainieren zu dürfen. Sie haben Moral gezeigt, sie können angreifen und auch starken Mannschaften die Stirn bieten. Schade, dass wir uns hier und heute nicht mit einem Sieg belohnen konnten.“

Auch wenn am Ende keine Punkte auf dem Konto der Rays standen, war der Auftritt ein weiteres Zeichen dafür, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Mit dieser Einstellung und diesem Einsatzwillen wollen die Rüsselsheimer auch im letzten Saisonspiel noch einmal alles geben.

Das Spiel endete 7:15 (5:3|0:1|2:4|0:7), Torschützen: Sebastian Opitz (4), Hamid Nassr (2), Elias Allach (2) und Maria Steinborn

Das nächste und gleichzeitig letzte Spiel für die Rays ist gegen den VfB Friederberg III. Es findet am Mittwoch, den 3. Juni 2026 im Lachebad statt. Anpfiff ist um 20:00 Uhr. Die Rays freuen sich über zahlreiche Unterstützung am Beckenrand bei ihrem letzten Saisonspiel.